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    SARAH DE LA ROSA
    Nicht immer war bei der Saarbrücker DJane Sarah de la Rosa alles so rosig wie es scheint, erfuhr ich von der gelernten Werbekauffrau bei unserem Gespräch in ihrem 2017 eröffneten Vintage-Laden „Tabula Rosa“ im Nauwieser Viertel.

    Wir haben über zukünftige Projekte gesprochen und einen Blick auf die vergangene Zeit geworfen, die einen klaren Cut in Sarahs berufliche Karriere brachte.

    Sarah, wir kennen uns nun schon seit 2015. Damals habe ich auf dem „Magnet Open Air“ ein Foto von dir geschossen, mit dem für die Saarland-Kampagne geworben wurde. Seitdem konnten wir sowohl im musikalischen als auch im kreativen Bereich, wie z.B. bei der Broschüre „Quartier Mainzer Straße“ zusammenarbeiten. Djing und Mediendesign – du scheinst also schon immer eine kreative Ader zu haben?

     
    Sarah: Grundsätzlich mag ich das Wort kreativ nicht wirklich. Mich haben „kreative“ Projekte aber schon immer angezogen. Mit bestandenem Abitur wusste ich jedoch noch lange nicht, wo die Reise hingehen soll. Mir war lediglich klar, dass ich zuerst eine Ausbildung machen möchte. Zeitweise habe ich in Clubs an der Theke gejobbt und hier und da eine Bewerbungsabsage kassiert, wie das eben so laufen kann. Nach eineinhalb Jahren auf der Suche erhielt ich ein Angebot für eine Ausbildung zur Werbekauffrau in einer Agentur, obwohl ich mich eigentlich um die Ausbildungsstelle zur Mediengestalterin beworben hatte. Einige Jahre, eine Weiterbildung, ein Bachelor-Abschluss in Medienmanagement und zwei Stipendien später, schaue ich zurück und frage mich häufig, warum so viele Umwege? Aber in Bezug auf meine heutigen Tätigkeiten war es der richtige Weg – auch wenn einige Stationen so nicht geplant waren.

    Die meisten kennen dich natürlich als DJane. Wann war für dich klar, dass deine Liebe zur elektronischen Musik dich nicht nur in die tanzende Menge, sondern auch ans DJ-Pult locken wird

     
    Sarah: Das Miteinander beim Feiern fand ich schon in frühen Jahren einzigartig und faszinierend. Man war unter Gleichgesinnten und lernte natürlich auch viele DJs kennen, denen man über die Schulter schauen konnte. Meinen ersten Gig hatte ich dann 2007, bevor es mich ein Jahr später durch meinen Beruf und meine damalige Beziehung nach Mainz zog. Dass ich irgendwann in bekannten, überregionalen Clubs, größeren Festivals und sogar im Ausland spielen würde, hätte ich mir zu dem Zeitpunkt nicht träumen lassen.

    Im April 2017 hast du im Nauwieser Viertel in der Försterstraße 9 deinen Vintage-Laden eröffnet. Was war deine Motivation nach all deinen bisherigen beruflichen Erfolgen nun diese Richtung einzuschlagen?

     
     Sarah: Tabula Rosa, mein Laden, ist die Erfüllung meines großen Traums. Der Wunsch danach, mein eigenes Ding zu machen, an eigenen Projekten zu arbeiten und meine Ideen auszuleben, war immer da – haben viele, machen nur wenige. Die Motivation und den Mut, diesen Weg zu gehen, ist zum Teil dem Verlust meiner damaligen besten Freundin geschuldet, die vor 10 Jahren sehr jung an Leukämie verstorben ist. In solchen Momenten stellt man sein komplettes Leben in Frage und überdenkt viele Entscheidungen. Wenn die beste Freundin so früh von einem geht und sie ihre Lebensträume und Wünsche nicht mehr erfüllen konnte, möchte man dies selbst umso eher tun. Ich musste ihr versprechen, dass ich meine Träume nicht aufschiebe.

    Mit der Eröffnung meines Secondhand-Ladens im letzten Jahr habe ich uns (ihr und mir) einen Teil des Versprechens erfüllt.

    Wir stehen noch am Beginn des neuen Jahres. Hast du dir ein bestimmtes Ziel für 2018 gesetzt, planst du bei einem deiner Jobs eine Veränderung?

     
     Sarah: 2018 wird ein sehr turbulentes Jahr. Mein DJ-Dasein begann nun vor über zehn Jahren und mit ansteigendem Alter freut man sich doch öfter mal auf ruhige Nachmittage und Wochenenden. Die verbringe ich zwar am Liebsten auch mit Musik, allerdings etwas ruhiger als im Clubgeschehen. „Elektronische Popmusik“ nenne ich das, was ich abseits vom Trubel meiner Gigs und anderer Veranstaltungen in der Techno-Szene privat höre. Aktuell plane ich mit unserem lokalen Club „Mauerpfeiffer“ und einer guten Freundin eine Konzertreihe namens „VOCODER“ mit Künstlern und Bands, die in Saarbrücken noch nicht zu Gast waren und sich in den Genres Electronica, Indie-Pop, Synthie-Pop, Alternative und New Wave bewegen. Viele dieser Künstler konnte ich schon bei meinem Lieblings-Festival „Melt“ live erleben. Ich hoffe, dass die Saarbrücker Musikszene dadurch in Zukunft noch vielfältiger wird und freue mich sehr, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann.

    Die Konzertreihe startet am 10.05.2018 und vielleicht findet sich ja die ein oder andere Vorband aus der Saarbrücker Region. Ihr dürft gespannt sein!

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