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    UNVERPACKT SAARBRÜCKEN
    Regional. Nachhaltig. Lose. Diesen Untertitel trägt das Geschäft "Unverpackt" im Nauwieser Viertel von Saarbrücken. Und die Inhaberin Birgit Klöber ist nicht die Einzige ihrer Art. In Deutschland haben innerhalb der letzten drei Jahre über 70 solcher Geschäfte ihre Eröffnung feiern können. Und es geht weiter.

    Was die Beweggründe und Vorteile vom verpackungsfreien Einkaufen sind, welche Hürden bei einem solchen Geschäftsmodell überwunden werden müssen und ob das Tetrapak die günstigere Alternative ist...

    Wir stehen inmitten des Nauwieser Viertels im ersten und einzigen Unverpackt-Laden im Saarland . Erzähl doch mal, wie du darauf gekommen bist den Saarbrücker Standort zu eröffnen und was das besondere an diesem Konzept ist.

     
    Birgit: Die Idee bzw. das Konzept von „Unverpackt“ stammt ja nicht aus meiner Feder. Unverpackt einkaufen heißt, dass der Kunde seine Behälter, Dosen und Gläser aus den eigenen vier Wänden mitbringt und seinen Einkauf direkt in diese Behältnisse abfüllt. Den Ursprung hat unser Konzept in Kiel, wo vor vier Jahren der erste Laden solcher Art eröffnet hat. Da ich schon lange Zeit bewusst einkaufe und lebe, wollte ich meinen Teil dazu beitragen. Mit dem Hintergedanken eines befristeten Arbeitsvertrages in meinem früheren Job, der Hilfe eines Investors und einem Online-Crowdfounding habe ich nach anderthalb Jahren Planung meinen Laden am 03. Juni 2017 eröffnet.

    Warum sollte man unverpackt einkaufen und verpackungsfrei leben?

     
    Birgit: Die Antwort darauf ist ganz einfach: Unverpackt ist gegen Verschwendung. Egal ob man dies auf den enormen Plastikverbrauch bezieht und den sogenannten „Zero-waste“ Trend (Leben ohne Müll) damit aufgreift, oder die Lebensmittelverschwendung als Aufhänger betrachtet. Zudem, und da kann ich größtenteils auch für meine Unverpackt-Kollegen aus anderen Städten sprechen, unterstützen wir unsere Bio-Bauern aus der Gegend, fördern die regionale Landwirtschaft und helfen kleineren Betrieben, die beispielsweise verpackungsfreie Produkte anbieten. Es sind aber auch vegetarische/vegane Lebensmittel, Low-Carb oder glutenfreie Produkte, die wir gerne in unser Sortiment aufnehmen, sowie gesunde Kosmetik und Pflegeutensilien aus recyclebarem Material.


    Welche Hürden musstest du bei der Planung oder im Anfangsstadium nehmen und kannst du persönlich mittlerweile 100% verpackungsfrei leben?

     
    Birgit: Die Planungszeit war nicht immer leicht. Trockene und lang haltbare Produkte sind natürlich oft in großer Menge lieferbar und können gut gelagert werden. Es sind aber besonders tierische Produkte und verarbeitete Lebensmittel wie Mozzarella und Feta, welche sich in der typischen Lake befinden müssen oder auch Fleisch- und Wurstwaren. Dass dies aber auch im großen Stil möglich ist und angenommen wird, zeigen bspw. die Supermärkte der Hoferkette. Im Saarland gibt es nur sehr wenige Metzgereien, die bereit sind kein Plastik zur Verpackung zu nutzen. Grundsätzlich kaufen wir die für uns größtmöglichen Mengen ein, bestimmte Lebensmittel wie z.B. Haferflocken werden zwar in großen Papiersäcken geliefert, gelagert werden sie dennoch in großen Plastikeimern. Schädlinge müssen bei solchen Mengen zwingend vermieden werden und da kommt man leider nicht drum herum.

    Ist unverpackt einkaufen teurer als im normalen Supermarkt?

     
    Birgit: Unverpackt ist ein kleiner Laden. Es ist kein großer Franchise-Konzern und keine Kette. Somit haben wir natürlich keine idealen Bedingungen im Einkauf, versuchen diese aber durch unseren Kontakt zu Produzenten und Lieferanten immer mehr zu verbessern und damit auch die Preise für unsere Endkunden senken zu können. Schauen wir allerdings mal in die Regale und sehen die Vielfalt an Bioprodukten und guten Lebensmitteln, können wir vom Preis-Leistungs-Verhältnis mit vielen Bioläden mithalten. Selbstverständlich werden wir nie so günstig wie ein Discounter sein – das ist aber auch keinesfalls unser Ziel.

    Gibt es eine Sache, die du den Skeptikern deines Konzepts mit auf den Weg geben möchtest?

     
    Birgit: Wenn man noch nie unverpackt einkaufen war, gibt es sicherlich einige Gewohnheiten, die man ablegen muss. Mir ist auch bewusst, dass man nicht seinen kompletten Einkauf bei mir erledigen kann. Wer auch nur 1/4 seiner Lebensmittel unverpackt einkauft, reduziert seinen Müll schon erheblich. Zu vielen meiner Produkte gibt es auch eine Anekdote, die ich dem Kunden gerne erzähle. Sie erfahren, wo meine Produkte herkommen und können sicher sein, dass sie das bekommen, was auf dem Etikett steht. Auch sehe ich einen großen Vorteil darin, dass jeder nur die Menge kaufen muss, die er auch wirklich benötigt. Besonders für Single-Haushalte eine gute Idee.

    Ich war wirklich sehr positiv überrascht von meinem ersten Besuch, der bestimmt nicht mein letzter gewesen ist. Wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und mit guter Ernährung auseinandersetzt, wird einem schnell klar, warum Unverpackt Saarbrücken einen Schritt in die richtige Richtung darstellt. Bleibe auf dem Laufenden auf der Facebook-Seite oder statte Birgit selbst einen Besuch ab in der Bruchwiesenstraße 6 im Nauwieser Viertel in Saarbrücken.

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