GALLERIES

    06/50

    VARVARA KANDAUROVA
    Varvaras fotografischen Künste haben mich seit meiner ersten Entdeckung vor zwei Jahren gefesselt. Grund genug nach den vielen Begegnungen mit ihr mal einen Nachmittag gemeinsam zu verbringen und die Fotografie mal aus einem weiteren Blickwinkel kennenzulernen.

    Wir sprachen über ihre journalistische Vergangenheit und ihren fotografischen Stil und dessen Besonderheiten.

    Varvara, wir sitzen hier nach einem erfolgreichen Shootingtag und haben uns schon bei verschiedenen Veranstaltungen gesehen. Erzähl doch ein wenig über dich…

     
    Varvara: Geboren bin ich in St. Petersburg und bin in dieser 5 Millionen Metropole groß geworden. Jahrelang habe ich dort als freie Journalistin gearbeitet – größtenteils in meiner Heimatstadt und in Moskau. Besonders gut gefallen haben mir damals schon die Interviews und Treffen mit Schauspielern, Tänzern und Künstlern jeglicher Art. Später habe ich noch einige Zeit als PR-Managerin im Theater gearbeitet und seitdem bewundere ich alles rund um die Kunst des Theaters noch mehr.

    Hast du bevor du nach Deutschland gekommen bist schon fotografiert oder hat sich das erst hier entwickelt?

     
    Varvara: Die Fotografie als Kunstform habe ich schon immer bewundert. Ich erinnere mich noch an einen Fotografen, dessen Werke mich schon in St. Petersburg sehr fasziniert haben. Durch meine Familie & meine damalige Beziehung bin ich vor knapp sieben Jahren ins Saarland gekommen. Mein Interesse zur Fotografie hat sich durch die damaligen Umstände entwickelt. Durch meine Schwangerschaft und das neue Leben hier in Deutschland, wo ich weder die Sprache noch Freunde kannte, suchte ich mir ein Hobby, das mich ein wenig vom schweren neuen Alltag abgelenkt hat. Wie bei vielen anderen Fotografen fing ich an wahllos alles in meiner Umgebung abzulichten – von Pflanzen, über die Stadt bis hin zu Stillleben. Gecoached wurde ich von einer guten Freundin über Skype, mit der ich nach meinem Umzug viel Kontakt hatte. Sie hat Fotografie studiert.


    Mittlerweile arbeitest du hauptberuflich als Fotografin. Wann hast du diesen Schritt gewagt und was hat dich dazu bewegt diesen Schritt zu gehen?

     
    Varvara: Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch bei einem Fotografen-Stammtisch. Alles war noch sehr neu für mich und da ich sowieso ein eher schüchterner Mensch bin, brauchte es einige Überwindung, bis ich mich dazu entschlossen habe eine solche Veranstaltung zu besuchen. So habe ich meine erste Kontakte im künstlerischen Bereich knüpfen können und auch die Möglichkeit gehabt das Mietstudio zu nutzen. Hauptberuflich fotografiere ich seit Mitte 2015. Irgendwann will man sich seiner Leidenschaft einfach zu 100% hingeben.

    Deine Fotos strahlen eine sehr impulsive Ruhe aus und zeigen trotzdem in den meisten Fällen dynamische Bewegungen von Tänzern und sehr außergewöhnlichen Charaktere – sei es aufgrund von ausgefallenen Kleidern oder Accessoires. Wie würdest du selbst deinen fotografischen Stil beschreiben?

     
    Varvara: Ich bin Künstlerin und liebe es die Energie, die Künstler in ihrem Job unter die Masse bringen, durch meinen Fotos zu transportieren. Bewegung und Dynamik sind essentiell für meine Fotos und der Fokus liegt immer auf dem Model selbst. Aus diesem Grund fotografiere ich gerne im Studio oder an schlichten Sets mit natürlichem Licht, um nicht vom eigentlichen Motiv abzulenken. Mittlerweile fotografiere ich ausschließlich schwarz-weiß. Ich fühle die Atmosphäre einfach besser als in Farbe und kann mich noch mehr auf den Menschen vor mir konzentieren.

    Gibt es eine Sache, auf die du beim Fotografieren besonders achtest?

     
    Varvara: Für mich ist es bei der Portrait-Fotografie wichtig die Hände des Models sichtbar zu zeigen. Natürlich ist das je nach der Bildidee, die ich verfolge nicht immer möglich. Sie gehören jedoch wie die Mimik und Gestik zu einem Menschen dazu und können durch die Haltung auch ein Gefühl vermitteln. Der Raum fühlt sich ein Stück weit leer an, wenn die Hände fehlen.

    Danke Varvara für das interessante Shooting und den Einblick in deine Arbeit. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie verschieden die Art und Weise sein kann zu fotografieren.

    05/50 07/50
    Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Policy einverstanden.